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LOLCH (DEUTSCHES WEIDEGRAS)
Lolium perenne - Gramineae
VON DER MÄUßGERSTEN.
Die Mäußgerst hat ein zasechtige Wurtzel wie das Lulch/ die Bletter sind den Blettern der Gersten ähnlich/ außgenommen daß sie kürtzer und schmäler seynd. Die Hälmer werden zwoer Spannen hoch/ mit Knoden unnd Gewerben underscheiden/ deren seynd gemeiniglich sieben oder acht von einer Wurtzeln/ darauff wachsen lange vielfaltige Aehern/ von farben Castanienbraun/ ein jedes Aehr in viel kleine Aehrlein zertheilet. Es wächset auff den Feldern neben den Strassen und auff den Tächern.
Von den
Namen der Mäußgersten.
Die Mäußgerst heisset Lateinisch/ PHOENIX, ANCHINOPS oder ANCHILOPS,
PHOENICOPTERUM, und von PLINIO, PHOENICEA HERBA. Von den Kreutlern wird es
genannt/ HORDEUM MURINUM, HORDEUM STERILE, LOLIUM MURINUM, LOLIUM RUBRUM,
TRICICUM MURINUM, LOLIUM SYLVESTRE und FRUMENTUM TECTORUM. HOCHTEUTSCH/
Mäußgerst/ Mäußkorn/ Taubkorn/ unnd in Sachsen und Meissen/ Fürsthaber.
Von der
Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft der Mäußgersten.
Meußkorn oder Taubkorn hat ein trucknende/ külende unnd verstopfende
Natur und Eygenschafft/ und wird gemeiniglich zu den Blutflüssen gebraucht.
Jnnerlicher
Gebrauch der Mäußgersten.
Mäußkorn mit rauhem oder herbem Wein getruncken ist gut wider
allerley Bauchflüß/ stopffet den unmässigen Fluß der Weiber/ deßgleichen auch
den Samenfluß. PLINIUS schreibet L22.C.25. daß dieses Kraut gestossen und mit
Wein getruncken/ den Weiblichen verstandenen Monatfluß fort treibe/ welches ein
Jrrthumb ist/ dann das gegentheil war daß er den zu viel fliessenden Fluß
stopfet/ daß nicht allein DIOSCORIDES, sonder auch die erfahrung täglich
bezeuget.
Mäußkorn zu reynem Pulver gestossen/ und mit einem hart gesottenen
Eye gessen/ oder auch in andere weg in der Kost genutzet/ stopffet alle Blutflüß
und Durchläuffe.
Eusserlicher Gebrauch deß Mäußkorns.
Etliche sagen wie DIOSCORIDES LI.4.C.35. bezeuget/ so man die
Maußgersten in ein Büschelein braunroter Wollen bindet und anhencket/ daß es das
Blut kräfftiglich stopffe.