2 / 223-225
KLEE
Trifolium - Leguminosae
VON KLEE

Das (l.) erste Geschlecht dieser Kleen hat runde Stengel mit vielen Nebenästlein/ welche
sich sehr lencken/ mit dreyen rundtlechten Blettern besetzt/ eines hartzechten Geruchs: Uberkompt oben an den stengeln weisslechte
geährte Blumen: Der Same ist rundtlecht unnd ein wenig breyt: Die Wurtzel ist in viel Faseln zertheilt/ so unten an der Wurtzel
hangen.
ll. lll. Das ander Geschlecht die Biberklee ist zweyerley/
nemblich gross/ und klein/ sein einander fast gleich. Haben grüne glatte Stengel einer Elen hoch/ jnnwendig löchericht/ die
Bletter seyn fäist/ dick/ breit und glatt/ je drey an einem Stiel: Mitten am Stengel bekommen sie jhre Blummen/ an Farb weiss/
seyn wie kleine Blettlein/ nach welchen kleine/ runde Schötlein erfolgen/ in welchen roter Same verschlossen ist/ gleich wie
Hirsen/ eines bittern geschmacks: Die Wurtzel ist in viel andere zertheilt/ mit welchen sie hin und her fladert/ jnnwendig weiss
und voll kleiner Löcher: Jhre Nebenwurtzlen schlagen allenthalben auss.
lV. Das vierdte Geschlecht/ die Hertzklee/ haben gestreiffte
Stengel mit schmalen Nebenästlein/ darauff drey Bletter stehen/ oben ein wenig eingetrucket wie ein Hertz/ daher sie auch den
Namen haben: Jhre Blumen kommen neben den Stielen herfür/ gantz klein und rotlecht.
V. Das fünffte Geschlecht wirdt genennet Spanischer Klee/
dieweil er auss Spanien gebracht wirdt/ breytet sich mit seinen Aestlein weit auss/ welche als mit dreyen Blettern besetzet seyn/
dem gemeinen Klee gleich/ mit vielen Aederlein durchzogen/ oben am Stiel bekompt es runde/ knöpffechte/ geährte Blumen/ nach
welchen kleine Hülsslein bleiben/ in welchen der Same lieget. Ein jedes wächst an dem Ort daher es seinen Namen hat/ wie
dieselbe bey einem jeden verzeichnet stehen/ dann sie auch sonsten keine anderen haben. Was jhre Natur und Krafft belanget/ mögen
sie vielleicht den aussländischen Völckern bekandt seyn/ bey welchen sie wachsen.
VON WIESENKLEE

Der Wiesenklee sind zweyerley.
l. Das erste Geschlecht ist allenthalben wol bekandt/ hat eine
zasechte Wurtzel/ darauss viel kleine/ runde/ schmale/ bintzechte Stengel erwachsen/ fast einer Elen hoch/ an welchen drey
spitzige langlechte Bletter beysammen stehen: Unten am Stiel bekompt es an zarten Zweiglein drey kleine Blettlein aneinander
gesetzt/ gleich wie ein Hertz formiert. Oben am Stengel bringet es ein weisse runde getrungene Blume/ nach welcher man den Samen
findet.
ll. Das ander Geschlecht ist dem ersten fast gleich/
aussgenommen dass seyne Bletter etwas kürtzer und runder seyn/ tregt ein schöne liechtbraune Blume/ eines süssen Geschmacks.
lll. Das dritte Geschlecht wirdt Feldtklee genennet/ jederman
wol bekandt/ hat eine faselechte Wurtzel/ darauss viel stengel kommen/ mit runden und auch langlechten aderichten Blettern
besetzt/ bekompt kleine runde Knöpfflein/ daran es blühet. Sie wachsen im Feldt und auff den Wiesen/ blüen den Sommer uber.
Wer da lust hat noch andere schöne Geschlecht der Kleen mehr
zu besehen/ der lese C. CLUSIUS IN PANNON. unnd HISPAN. OBSERVATIONIBUS, LOBELIUM IN OBSERVATIONIBUS SUIS & ADVERSARIIS und
DODONAEUM IN HISTORIA LEGUMINUM, welche AUTHORES von diesen unnd andern schönen Geschlechten der Kleen weitläuffiger
geschrieben.
Von den Namen
Klee wirdt Lateinisch genennet TRIFOLIUM.
Von der Natur/ Krafft/ und Eygenschafft der Wiesenklee
LEONARDUS FUCHSIUS schreibet/ dass sie im Geschmack ein wenig
zusammen ziehen/ also dz sie einer trucknen Natur seyn. (MATTHIOLUS setzt/ dass der Wiesenklee kalter und truckner Natur seye/
habe auch eine Art zu erweychen)
Jnnerlicher Gebrauch der Wiesenkleen
Gemeldte Klee seyndt mehr ein Speiss der jungen Kälber dann
ein Artzeney. Jedoch sagt man/ (so die Blumen mit Wein oder Honigwasser gesotten werden/ unnd getruncken/ erweichen sie den groben
Schleim. Sie können auch also mit Clistiren hierzu gebraucht werden/ zu erweichen den zähen dicken Schleim in den Därmen/
heylen derselben Versehrung und Schmertzen.)
FUCHSIUS schreibet/ dass sie zu dem weissen Fluss der Weiber
gar nützlich gebraucht werden/ fürnemlich die mit den purpurbraunen Blumen/ entweder gessen oder darvon getruncken: Aber der
ander mit den weissen Blumen sol die verstandene Zeit widerumb flüssig machen.
(Eusserlicher Gebrauch
Die Blumen sampt den Samen in Wasser unnd Oel gesotten/ und
ubergeschlagen/ erweichen die harten Knollen und Geschwer.)