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SCHWADEN (FLUTENDER)
Glyceria flutans - Gramineae
VON DEM FLUTGRAß.
Deß
Flutgraß seyndt zwey GESCHLECHT/ DAS ERSTE HAT EIN KRIECHENDE Wurtzel/ die
hencket sich mit jhren Zaseln hin und her im Grundt an/ die Bletter seynd dem
gemeinen Graß gleich/ allein dass sie nicht so sehr außgespitzt seyndt/ der Halm
oder Stengel ist krumb und lang/ der hat seine Nebenästlein alle mit Blettern
besetzt/ die schwimmen unnd ligen auff dem Wasser/ Es gewinnt Aeher die dem
gemeinen Graß gleich seynd/ die stehen aber weiter von einander den Stengel
hinauff biß zum End/ Gleychsweit von einander/ es wechst hin und wider in den
fliessenden Bächlein.
ll. Das zweyte Geschlecht ist dem jetztgemeldten mit den Wurtzeln
gleich/ die Bletter aber seyndt lenger und spitzer und weisser/ der Halm oder
Stengel ist mit Gleychen underscheiden/ hin und her gekrümmet/ das gewinnet nur
ein langes Aeher auff jedem Halm/ es wächset wie das vorig in fliessenden
Wassern und Bächen.
Von dem
Namen deß Flutgraß.
Das Flurgraß ist von den Alten wie ander mehr Graßgeschlecht nicht
beschrieben worden/ wirdt von den Gelehrten Lateinisch GRAMEN FLUVIATILE
genannt. Hochteutsch/ Flutgraß.
ll. Das zweyte Geschlecht wirdt von den Kreutlern GRAMEN FLUVIATILE
ALBUM genannt. Hochteutsch/ weiß Flußgraß/ oder weiß Flutgraß.
Von der
Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft deß Flutgraß unnd seinem gebrauch.
Das Flutgraß ist külender Natur und Eigenschafft/ wird gar nicht in
der Artzeney gebraucht/ hat sonst ein süssen/ lieblichen Geschmack/ derwegen es
die Weydtpferdt und das Rindvieh gern essen/ und bekommen die Kühe viel Milch
darvon.