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ERDNUSS
VON ERCKELNUESS
Die Erckelnuss hat etwas langlechte und knöllichte Wurtzeln/ welche sich bey nahe den Eycheln vergleichen/
ausswendig schwartz/ jnnwendig aber weiss mit vielen kleinen Fäden oder Aederlein durchzogen unnd umbwickelt/ seyn eines süssen
Geschmacks/ und ziehen etwas zusammen gleich wie die Eycheln oder Castanien. [Hangen etwann drey oder vier Nüsslein/ als lange
Feygen an einem dünnen Faden/ liegen tieff im Lettengrundt verborgen/ welche Nüsslein wo sie mit dem Pflug nicht zerstöret
werden/ stossen sie alle Jahre neuwe Frucht/ die bleiben im selbigen Jahr weiss unnd zart. Die Schwein wo sie dieser Nüss gewahr
werden/ wülen sie hefftig darnach.] Auss der Wurtzel kommen kleine Aestlein/ welche sich auff der Erden aussbreiten/ mit kleinen
Räblein damit sie sich anhencken: Seine Bletter vergleichen sich fast den Wicken. An den Aestlein tragen sie [im Brachmonat]
schöne purpurrothe Blumen/ gleich wie Erbsen/ eines lieblichen Geruchs/ nach welchen kleine Schöttlein erfolgen/ darinn der Same
liegt.
LOBELIUS schreibet/ dass sie sehr in Engellandt wachsen/ in Franckreich unnd Teutschlandt/ werden in den
schattechtigen Wälden funden. [Bey uns umb Basel wächst in den Weitzen/ Gersten unnd Speltzenfeldern.]
Von den Namen
Erckelnüss/ Erdtnuss oder Erdtfeige [und Säuwbrodt/ erd Mandel.] Heist Lateinisch CHAMIEBALANUS,
APIOS FUCHSII, TRAGI,CORDI, was aber das rechte APIOS sey/ beschreibet MATTHIOLUM in seinem HERBARIO/ darvon auch in der sechsten
SECTION soll geredt werden. Ob diss Kraut auch ASTRAGALUS DIOSCORIDIS sey/ wie etliche wöllen/ kan man lesen LOBELIUM in seinen
ADVERSARIIS FOL.498.
Von der Natur/ Krafft unnd Wirckung der Erdtnüss
An etlichen Orten werden die Blumen gesamblet/ unnd ein Wasser darauss gezogen/ welches dann für
Rosenwasser gegeben wirdt.
LOBELIUS schreibet/ dass die Erdtnüss schwerlich zu verdauwen seyn wie die Castanien/ geben viel Winde von
sich/ haben einen süssen Geschmack/ und ziehen ein wenig zusammen/ daher sie auch zu den Flüssen der Mutter/ unnd durchlauff
dess Leibs gebraucht werden. Sie bringen auch Würgen und Unwillen mit sich.