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BUCHE
VON BUCHBAUM
Dieser Baum ist auch jederman wol bekandt/ wächst hoch in die höhe/ mit einer weissen
Rinden beckleidet/ seine Blätter seyn etwas rundt/ gar lindt unnd glat/ an welchem gemeiniglich ein grünes spitziges Beerlein
wächst. Die Frucht nennet man Buchekern/ (und Buchnüsslein)/ ist dreyecket/ jhre jnwendige Schal ist zähe und braun/ die
ausswendige aber ist gantz rauch/ welche/ wenn sie sich auffthut/ fallen die Eckern mit jhrer braunen Schalen herauss.
Es seyn die Nüsslein gar eines süssen Geschmacks/ den Schweinen ein angeneme Speiss/ wie auch den Mäusen und
Eychhörnlein: Jtem den Amseln/ Drosseln und andern Vögeln.
LONICERUS meldet/ dass noch ein Geschlecht dess Buchbaums sey/ so man schwartz Buchbaum nennet/ Lateinisch
SCISSIMAM, wachse auff dem Berge OLYMPO.
Von den Namen
Buche oder Buchbaum heist Lateinisch FAGUS.
Von der Natur/ Krafft/ und Eygenschafft dess Buchbaums
Die Bucheckern seyn etwas warmer Natur: Aber die Blätter seyn kalt.
Eusserlicher Gebrauch
So man frische Blätter käwet/ helffen sie wol wider der Lefftzen und dess Zanfleischs hitzige
Geschwulst unnd Geschwär. Gestossen unnd auffgestrichen stärcken sie die schlaffenden Glieder.
Man findet ein Wasser in den alten Buchen so hohl seyn/ welches zu allerley Grindt kan gebraucht werden/ (an
Menschen und Viehe.)
RUELIUS sagt/ dass mit dess Buchbaums Gerten die Schlangen vertrieben werden.
Etliche sagen wenn man die Bucheckern zu Pulver brenne/ dasselbige mit Schweinenschmaltz vermisch/ und warm
auff die Lenden lege/ helffen sie wider den Stein.
Se wirdt dieser Baum mehr zum hauwen und zu brennen dann zur Artzney gebraucht( dann im Wasser bleibt sein
Holtz unverzehrt/ und wirdt fester darvon/ Also machen die Bauwersleuthe auss den Rinden mancherley Gefäss und Körbe.
Auss den faulen Bäumen brennet man Weidaschen zum färben.)