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BLUMENROHR
Canna - Cannaceae
VON DEM JNDIANISCHEN BLUMENRIEDT.
Das Jndianisch Blumenrohr hat eine dicke knodechtige Wurtzel/ der Wurtzel deß Hispanischen Ried ähnlich/ darauß wachsen schöne glatte/ unnd Liechtgrüne glatte Bletter/ sie seyndt anfänglich den Blettern der weissen Nießwurtz gleich/ die werden aber im wachsen hernachmals sehr groß/ gleich der NICOTINAE, oder Jndianischen Walwurtz/ außgenommen daß sie glatter und fornenher spitzer und auch länger seyndt/ zwischen den Blettern wachsen zween und auch bißweilen drey runder/ glatter/ rohrechtiger Stengel hrfür/ von Farben schön Graßgrün/ eines kleinen Fingers dick/ die werden zwoer Elen hoch/ und bißweilen auch höher/ der ist mit Knöpffen oder Gewerben underscheiden/ darnach wachsen rund umb dieselbigen die schönen Bletter. Oben an den Stengeln wachsen schöne/ geele/ unnd lange Lilgen Blümlein/ die seyndt von Farben schön menigrote/ wann die abfallen und vergehen/ folgen rauhe/ runde und langechtige Häuptlein/ darinn ist der runde Samen verschlossen. Es ist dieses Gewächs auß Wastindien in Hispanien unnd von dannen in diese Landt gebracht worden/ wirdt allein in der grossen Herren Lustgärten gezielet unnd gepflantzet/ unnd gehöret ein grosser Fleiß darzu wann man es brauchen will daß es Blumen unnd Samen bekomme/ dann es die Kälte gar nicht leiden kann. Es wird aber fein zu seiner vollkommenen Zeitigung auffgebracht/ in dem Churfürstlichen schönen Lustgarten zu Heydelberg.
Von den
Namen dieses Krauts.
Es ist das gemelte Kraut von wegen seiner Seltzamkeit wenigen
bekannt/ ist ein Zwickdorn oder mittel Gewächs zwischen der Ackerwurtz unnd dem
Rohr/ daher es dann von etlichen CANNACORUS unnd CALAMACORUS genannt wird. Die
Kreutler nennens ARUNDINEM INDICAM FLORIDAM, oder HARUNDINEM LILIFERAM.
Hochteutsch/ Jndianisch Blumenried/ oder Jndianisch Lilgenrohr. Etliche nennen
es auch ARUNDINEM INDICAM LATIFOLIAM, das ist/ Jndianisch Rohr mit breyten
Blettern.
Von der
Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft deß Blumenrieds.
Es ist dz Blumenried unsern Artzten den mehrentheil unbekannt/
derowegen es noch zur zeit von wegen seiner seltzamkeit/ unnd daß es auch so
schwerlich auffzubringen/ in der Artzeney nit gebraucht wird/ so wissen wir auch
nichts weiters von seiner Kräfft unnd Tugend zu schreiben/ sintemal uns
dieselben unbekannt seynd.