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BERBERITZE
Berberis - Berberidaceae


VON SAEURACH

    ll. Das ander Geschlecht ist ein ziemlicher Baum/ mit vielen Zweiglein besetzt/ auch mit einer weissen/ glatten unnd dünnen Rinden bekleidet: An den Aesten stehen viel weisse und spitzige Dörnlein/ je drey beysammen gesetzt/ das Holtz ist gelblecht/ wie auch die Wurtzel/ allein dass dieselbige gelber seyn/ welche sich auch weit aussbreyten: Die Bletter seyn klein/ langlecht/ grün/ ringsumher ein wenig zerkerfft/ und scharpff/ eines herben Geschmacks. Seine wachsgelben gestirnte Blumen hangen traublecht beysammen/ eines guten Geruchs/ nach welchen die kleine langlechte dünne und rothe Beerlein erfolgen/ mit steinechten Kernen/ eines herben Geschmacks. Dieser Baum wächst an ungebawten und etwas feuchten Orten/ in Wälden/ Hecken und neben den Sträuchen.

Von den Namen
    Der ander Baum heisset Lateinisch BERBERIS/ CRESPINUS. Teutsch Saurach/ Erbsell/ Sawrdorn/ Peisselbeer und Versich.

Von der Natur und Eygenschafft dess Saurachs oder
OXYCANTHAE GALENI/ und seinem jnnerlichen Gebrauch

    DODONAEUS sagt/ dass man die Blätter zu Salsen gebrauche/ wie die Sauwerampfferblätter/ Und wenn man sie in Wasser kochet/ und darvon trincke/ seyen sie gut in den hitzigen brennenden Febern/ lindern das hitzige enzündte Geblüt/ und die erhitzte Leber.
    Zu ermeldten Sachen seyn auch die Beer gut/ welche nützlich und wol können gebraucht werden zu allerley Flüssen/ wie dieselbige nur seyn mögen/ Bauchflüss/ beyderley Mutterflüss/ rothe Ruhr/ Blutspeyen/ Hauptflüss/ Samen verfliessen/ Leberflüss und dergleichen: Man kann sie auch dürr machen/ und uber Jahr behalten/ [und lässt sie zur Notturfft widerumb im frischen Wasser erquellen.] Wenn man diese Beerlein mit Zucker [oder Honig] einmachet/ seyn sie gut in hitzigen Febern/ den Durst zu leschen und zu kühlen. Seyn auch dem Magen gut und machen Lust zu essen.

Eusserlicher Gebrauch
    Die gelbe Rinde dieses Baums ist gut wider die Mundtfäule/ und andere Gebrechen dess Halss.
    Die Blätter und Beern in Wein und Essig gesotten/ und den Mund darmit gespület/ stärcken das Zanfleisch/ unnd wehren den Flüssen.
    Die gelbe Rinde dieses Baums in Laugen gelegt/ macht gelbe Haar/ und werden diese Rinden in etlich Apothecken BUGIA genennt.