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BANANE
Musa - Musaceae


VON DEM JNDIANISCHEN GEWÄCHS MUSA

    Es wirdt diss Gewächs bey MATTHIOLO beschrieben/ dass es sechs oder sieben Ehlen hoch wachse. Seine Bletter seyn wie Bintzen oder Rohr/ spreissen sich auss also/ dass sie bissweilen in der Länge eine/ in der Breyte ein halbe Ehlen erreichen/ in der Mitten mit einer dicken breyten Rippen durchzogen: Jm Sommer aber verwelcken die Bletter entweder von sich selbst/ oder von grosser Hitze/ also dass sie allesampt abfallen/ unnd im Herbst die Rippen bloss unnd nackend behalten. Seine Frücht seyn so gross/ als die kleine Citrullen unnd wann sie zeitigen/ so gewinnen sie eine gelblechte Farb/ ausswendig mit einer Haut uberzogen/ wie die Feigen/ welche sich mit den Fingern lesst abstreiffen: Die Frucht habe weder Frucht noch Samen/ unnd so man sie esse/ scheine sie erstlich ohne Geschmack/ darnach aber je länger je lieblicher.
    MATTHIOLUS meldet/ dass seine Frucht auss Aegypten unnd Syrien gen Venedig bracht werde/ daselbst werden es MUSA genannt.

Von den Namen
    Die Aegyptier sollen diss Gewächs MAUS nennen. Von C. CLUSIO wirdt es PALA genennt.

Von der Natur/ Krafft/ und Eygenschafft dieses Krauts
    Es schreibt SERAPIO von diesem Kraut/ wie MATTHIOLUS meldet/ dass es warm und feucht sey im ersten Grad.