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BÄRLAPPMOSS VON TOOTEN KOPFF
Etliche Medici und Apothecker legen einen Todtenkopff eine zeitlang an einen feuchten Ort/ auss welchem endtlich ein Mooss herfür wächst/ solches nemmen sie und halten es zum Gebrauch.Von den Namen
Diss Mooss wirdt genennt Beerlapp oder Gürtel/ auch S.Johannes Gürtel/ Neunheyl/ Teuffelsklauwe. Lateinisch
MUSCUS TERRESTRIS.
Von der Natur/ Krafft/ und Eygenschafft dieses Mooss oder Beerlapps
Diss Mooss oder Gürtelkraut ist kalter und truckner Complexion.
Jnnerlicher Gebrauch
HIERONYMUS TRAGUS schreibet/ dass diss Mooss in Wein gesotten und darvon getruncken/ den Stein im Leib zermale
und denselbigen aussführe/ welches ein gewiss Experiment seyn soll/ [sonderlich aber wirdt das gelbe subtile Blüet gelobt.]
Das Pulver von Beerlapp/ [eines Quintlein schwer! in rotem sauwren Wein getrunckenist gut wider die Bauchflüss
und rote Ruhr.
Eusserlicher Gebrauch
Beerlapp in rotem Wein gesotten/ und den Mund darmit aussgespület/ befestiget die wacklende Zäne.
DODONAEUS meldet wann man das Kraut zerstosse/ in Wein koche und uberlege/ so lindere es die hitzige
podagraische Schmertzen. Er meldet auch/ wann ein Wein zähe oder seyger worden sey/ so soll man das Kraut in das Fass häncken/
bringe es jhn widerumb zu recht.
Von dem gebrännten Wasser
Diejenigen/ so mit dem Stein geplaget werden/ sollen ein Wasser aus dem Beerlapp brennen/
und davon trincken/ das zerbricht den Stein und führet jhn auch auss.
[Dieses soll allhie von dem jnnerlichen unnd eusserlichen Gebrauch dess Mooss gesetzt/ wie dann auch die Namen/
gehören dem Katzenleyterlein/ darvon im nachgehenden Capitel gehandelt wirdt.]