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ALPENVEILCHENVON SCHWEINBRODT
Das Schweinbrodt beschreibt DIOSCORIDES/ dass es Bletter habe dem Ephew gleich/ welche
auff dem Rücken braunrot seyn/ auff der andern Seiten aber mit weissen Flecken besprenget/ liegen auff der Erden aussgebreytet.
Der Stengel stehet bloss ohn Blettern/ zart und glat/ vier oder fünff Finger lang/ auff welchem schöne rosenfarben Blumen
wachsen/ eines lieblichen Geruchs: Die Wurtzel ist wie ein Ruben anzusehen/ ausswendig schwartz und jnnwendig weiss/ mit viel
dünnen Zaseln behenckt/ eines bittern unnd scharpffen Geschmacks.
Wächst in feuchten Aeckern/ an schattechten Orten und unter den Hecken: Blühet im Früeling und auch im
Herbst.
Von den Namen
Schweinbrodt oder Säuwbrodt und Erdtapffel/ Erdtnabel heist Griechisch und Lateinisch CYCLAMEN/
CYCLAMINUS/ PANIS PORCINUS/ MALUM TERRAE.
Von der Natur/ Krafft und Eygenschafft dess Schweinbrodts
Schweinbrodt ist warm und trucken im dritten Grad. OMBASIUS schreibet es zertheile/ zertreibe/
säubere/ eröffne die Adern/ unnd ziehe auss/ [Es wirdt aber fürnemlich die Wurtzel zur Artzeney gebraucht/ welche im Herbst
soll eingesamlet werden/ zerschnitten unnd an ein Faden auffgefast werden wie Schwertelwurtzel/ und bleibt nach etlicher Meynung
sechs oder sieben Jahr gut: unnd soll man die dürre jnnerlich biss auff drey Quintlein/ die frischen aber nicht uber ein
Quintlein schwer gebrauchen. Und ist der Safft kräfftiger dann die Wurtzel.]
jnnerlicher Gebrauch
Es ist dieses Kraut nicht wol jnnerlich zu gebrauchen/ dieweil es in seiner OPERATION zu viel
starck ist: Unnd sonderlich sollen sich schwangere Frauen darfür hüten/ dann es der Frucht gar leichtlich grossen Schaden thut.
[Ja so auch ein schwanger Weib/ sagt DIOSCORIDES/ daruber gehet/ sey es sorglich/ es möchte ein unzeitige Geburt darauss
entstehen.]
PLINIUS schreibet/ die Wurtzel werde nützlich wider die Schlangen Biss getruncken.
Diese Wurtzel unter den Wein gethan/ machet baldt truncken.
Frisch eyngenommen macht erbrechen: treibt den Schweiss und Harn: reiniget das Geblüt von der dünnen
gesaltzenen verbranten Gallen.
Eusserlicher Gebrauch
DIOSCORIDES schreibt/ die Wurtzel mit Essig oder Honig vermischt/ säubere die Haut/ heyle die
Wunden/ verbessere die böse Gestalt dess Angesichts/ unnd wehre dem aussfallenden Haar/ [und Schrunden der Händ unnd Füss so
vom Frost entsprungen.]
Die Wurtzel wie ein Mutterzäpfflein gebraucht/ fürdert die MENSES mit Gewalt/ soll aber mit Bedacht gebraucht
werden.
Von dem Schweinenbrodtsafft
Dieser Safft ist so starck/ dass wenn man den Bauch damit bestreich [und in den Nabel thut] so
treibt er zu Stul/ unnd tödtet die Frucht in Mutterleib/ wie solches GALENUS bezeuget.
MATTHIOLUS schreibet/ dass wer bey der Schaam zerbrochen seye/ der soll mit diesem Safft das auffgeblasen
Gezeuglein offt schmieren/ so muss das aussgefallen Ding widerumb hindersich tretten.