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MÖHRE
Daucus carota - Umbelliferae
VON DAUCO ODER CANDISCHEN MÖHRENKÜMMEL
Dess M�hrenk�mmels werden von DIOSCORIDE LIB.3.C.72. drey Geschlecht beschrieben.
Von dem Namen der M�hrenk�mmel.
Der M�hrenk�mmel heisset Lateinisch/ DAUCUS oder DAUCUM.
Hochteutsch/ M�hrenk�mmel. Das erste Geschlecht heisset DAUCUS CRETICUS. Von SERAPIONE SIMP.C.254.CARRITON.
Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft dess M�hrenk�mmels.
Der M�hrenk�mmel hat eine Krafft unnd Wirckung zu w�rmen/ d�nn zu machen/ durchzutringen/ zu
�ffnen unnd zu treiben. Der best aber under den obgemelten Geschlechten/ ist der erst/ der auss Candia oder Creta/ darvon braucht
man den Samen am allermeisten/ und auch bissweilen die Wurtzel.
Jnnerlicher Gebrauch dess M�hrenk�mmels.
M�hrenk�mmelsamen in Wein gesotten/ und die durchgesigene Br�h Morgens unnd Abends jedesmal ein
guten Trunck warm gethan/ stillet den Schmertzen dess Magens von Winden verursachet/ dienet wider den Klux oder Heschen/ ist fast
heylsam den Wassers�chtigen/ stillet das Krimmen unnd Schmertzen der D�rm/ zertheilet die Wind im Leib/ und treibet sie auss/
f�rdert den Harn/ und vertreibet das tr�pflingen harnen und treibet die Monzeit der Weiber.
Eusserlicher Gebrauch dess M�hrenk�mmels.
M�hrenk�mmel zu Pulver gestossen/ und wie ein Pflaster ubergelegt/ vertreibet die Geschwulst.
Gedistilliert M�hrenk�mmel Wasser.
Wiewol das M�hrenk�mmelwasser wenig im gebrauch der Artzeney ist/ weil er heutigs tags wenig PRACTICIS bekannt ist/ so ist doch dasselbig erfahrnen MEDICIS in den Mutterschwachheiten f�rnemlich n�tz befunden worden. Die beste Zeit aber dasselbig zu distilliren ist/ wann es in voller Bl�t ist/ soll man das Kraut mit der Wurtzeln und aller seiner Substantz klein hacken/ darnach mit sanfftem Fewer IN BALNEO MARIAE distilliren/ und wie gebr�uchlich an der Sonnen rectificiren/ darnach wol verwahret zum Gebrauch bewahren. Unnd so man das Wasser kr�fftiger haben wil/ soll man vier Untz dess Samens groblecht stossen/ eine Mass dess gedistillirten Wassers dar�ber sch�tten/ darnach vier und zwantzig Stunden IN BALNEO MARIAE digeriren lassen/ und folgends wie zuvor/ zum andern mal sittiglich mit einem linden Fewerlein abziehen/ und zum Gebrauch behalten.
Jnnerlicher Gebrauch dess M�hrenk�mmel Wassers.
Das gedistilliert Wasser dess Morgens unnd Abends jedesmal iii. oder iiii. Auch biss in f�nff loth
getruncken/ ist eine f�rtreffenliche gute Artzeney die windigen Bl�st im Leib und der Mutter zu zertheilen/ ausszutreiben/ und
die Schmertzen die darvon verursacht werden/ zu stillen und zu miltern. Es treibet gewaltig den Harn/ wehret das tr�pfflingen
harnen/ und f�rdert die Monatblumen der Weiber.
M�hrenk�mmelwein.
Der M�hrenk�mmelwein wird Lateinisch/ DAUCITES genannt/ der wird nach der Meynung DIOSCORIDIS LIB.5.CAP.51. auff folgende Weiss gemacht: Man nimbt der M�hrenk�mmelwurtzeln anderthalb Loth/ st�sset sie unnd thut sie in achzig Pfund/ das ist eylff Elsasser Mass und vier Untz Mosts/ und l�sset den dar�ber verj�hren. Uber drey Monat l�sset man den wein ab/ und geust den in andere Geschirr. Dieser Wein ist gut wider die Schmertzen der Brust/ dess Zwerchfells und der Beermutter. Er treibet den Harn und Monzeit der Frawen/ machet r�psen/ und ist gut wider den Husten/ vertreibet den Krampff/ und ist heylsam denen/ die gebrochen seynd. MARCELLUS EMPYRICUS lobet den Wein sehr/ wider das Krimmen und Schmertzen der D�rm.